Stop thinking with WORDS, start thinking with HANDS!

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Die Überschrift trifft auf den Punkt, worum es in dem kürzlich vom Goethe-Institut veranstalteten Workshop “beyond borders” ging. Im Rahmen der bereits erwähnten Ausstellung zum Thema “Design im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne”, haben die beiden eingeflogenen deutschen Designerinnen Laura und Sandra für 3 Tage gemeinsam mit 20 Designstudenten in einem hands-on Workshop gedacht, diskutiert, ausprobiert, und modelliert, auf welche Weise Tradition und Moderne im Textildesign kombinierbar sind. Mithilfe der Demontage von sowohl traditionell westlichem als auch traditionell südostasiatischem Kulturgut, wurde der Blick für Unterschiede geschärft. Letztlich ging es darum, eine “Brücke” zu bauen, die beide auf neue Weise miteinander verbindet.
 


 

Aus den intensiven Brainstormings, vielen Skizzen und ersten Modellen sind im Laufe des Wochenendes viele kreative, innovative, und vielseitige Designs entsprungen, von denen vielleicht ja sogar das ein oder andere verwirklicht wird. Man darf gespannt sein!
 

Das Workshop-Team: Orn, Laura, ich, Sandra und Gai (v. links n. rechts)

Das Team: Orn, Laura, ich, Sandra und Gai (v. links n. rechts)


 

Parallel zum Workshop lief am Veranstaltungsort, dem Thailand Creative and Design Center (TCDC), außerdem eine schöne Typografie-Ausstellung, in die es mich in den Mittagspausen gezogen hat. Hier ein paar Eindrücke:
 

Typografie-Ausstellung
 

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Und angesteckt vom Textildesign-Workshop, bin ich direkt im Anschluss nach Chinatown gefahren – das Stoffmekka Thailands – und in der China-World Shoppingmall auf vier Stockwerken voller Textilien fündig geworden. Hier gibt es von Baumwolle, über mit Indigo gefärbtem Leinen, bis hin zu feiner Thai-Seide und den entsprechenden Nähutensilien einfach alles. Es wird Zeit, dass ich mich wieder an meine Nähmaschine setzen kann!
 

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Die Ausbeute


 

Back in Bangkok

Zurück in Bangkok erwartete uns eine – im wahrsten Sinn des Wortes – große Überraschung: da das von mir reservierte 32qm Apartment im 3. Stock eines Condominiums im Stadtteil Sathorn laut der Rezeptionistinnen unbewohnbar hinterlassen wurde, habe ich ein Upgrade in die zweitbeste Kategorie bekommen. 72qm im 6. Stock mit zwei Balkonen, 2 Schlafzimmern und 2 Bädern! Und ich darf bleiben – zum selben Preis. Es ist also viel Platz für Gäste, falls jemand von euch Lust auf einen Last Minute Trip nach Bangkok hätte… ;)
 

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Schlafzimmer
 

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Küche
 

Aber nicht nur meine zukünftige Bleibe, sondern auch meinen zukünftigen Arbeitsplatz im Goethe-Institut habe ich am folgenden Morgen bezogen. Zimmer Nr. 17 wird hoffentlich ein Ort voll schöner Erfahrungen, spannender Projekte und interessanter Menschen für mich.
 

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Das Goethe-Institut Thailand
 

Das Goethe-Institut Thailand ist eine herrliche Oase inmitten der Hochhäuser. Das viele Grün, der sonnige Innenhof und die zahlreichen Menschen, vor allem Sprachschüler, die dort täglich ein und ausgehen verleihen dem Ort etwas sehr Lebendiges und Multikulturelles. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung an meinem 1. Tag, wurde ich von Anne, der “kulturweit”-Freiwilligen, erst einmal durch die verschiedenen Gebäude geführt und allen vorgestellt. Das Institut besteht aus dem Hauptgebäude, in dessen 1. Stock u.a. mein Büro ist und in dem sich auch die Bibliothek befindet, aus einem Auditorium, einer Mensa, einem deutschen Restaurant namens “Ratsstube”, einem Gebäude des DAAD sowie einer Freizeitanlage inklusive Swimmingpool.

Den Rest des Tages wurde ich von meinen neuen Kollegen in die aktuellen und anstehenden Projekte eingewiesen. Meine Arbeit wird sehr vielseitig sein, da ich an ganz unterschiedlichen Projekten aus den Bereichen Kunst, Musik, Design, Film, Tanz, Theater, sowie Wissen&Forschung arbeiten werde, darunter ein Streicherwettbewerb, diverse Filmvorführungen, ein Designworkshop, eine Fotografieausstellung uvm. Mir wird also bestimmt nicht langweilig! :)

Während ich an den folgenden Tagen direkt in den Aufbau der Designausstellung “new olds” eingespannt wurde, ist Daniel mit dem Taxibike durch die halbe Stadt gefahren. Er hat die Tage mit einer guten Mischung aus Shopping in den riesigen Einkaufszentren MBK und Siam Paragon, Sightseeing und Entspannung bei der Massage oder im Lumphini Park verbracht. Auch wenn man bei den vielen Aerobic-Gruppen und Läufern eher angespornt wird, Sport zu treiben…
 

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Lumphini Park
 

Am Freitagabend war es dann soweit: die Ausstellung, die sich mit Design im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne beschäftigt, wurde im Crystal Design Centre (CDC) mit einer Führung des Kurators, Reden der Organisatoren sowie Speis und Trank eröffnet. Nach einem gemeinsamen Abendessen, sind Daniel und ich voller Vorfreude in Richtung Conrad gefahren, wo wir uns für das Wochenende einquartiert haben. Hier hat uns neben einem gemütlichen Bett, einer großen Badewanne, einem Pool und einem grandiosen Frühstücksbuffet vor allem ein toller Ausblick über die Stadt erwartet.
 

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Unser Zimmer
 

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Pool
 

Den haben wir in vollen Zügen genossen und es so am nächsten Tag (Samstag) vor 16:00 Uhr nicht aus dem Hotel geschafft. Noch hinaus hinaus ging es dann aber für den Sun-downer: im 61. Stockwerk des Banyan Tree Hotels kann man wunderbar Cocktails über den Dächern Bangkoks schlürfen und sich dabei den Wind um die Nase wegen lassen. Zäune, Absperrungen oder andere Sicherheitsmaßnahmen wurden hier nämlich nur spärlich und wenn, dann auf Hüfthöhe getroffen.
 

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Ausblick aus vom 61. Stock des Banyan Tree Hotels
 

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Skybar
 

Anschließend stiegen wir in die Tiefen einer Schneiderei in Bangkok hinab. Nach langen Preisverhandlungen im Keller des Geschäfts, ging es schließlich an die Auswahl der Stoffe und Schnitte für die geplanten 5 Hemden.
 

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Beim Schneider
 

Am Sonntag haben wir uns schon früh auf den Weg zum Königspalast und Königstempel Wat Phra Kaeo gemacht. Wenn man aus dem Grau der Stadt in die Tempelanlage tritt, glaubt man in eine Goldgrube gefallen zu sein: überall funkeln und schillern Millarden goldener Fliesen, Ornamente und Wandmalereien prunkvoll vom Sockel bis zur Dachspitze. Im Tempel befindet sich der Smaragd-Buddha (eigentlich besteht er aus einer Jadeart), der von Chiang Rai, über Lampang, Chiang Mai und sogar Laos nach Bangkok umgesiedelt wurde. Wenn man sich vor ihm niederlässt, wird man dazu angehalten, die Fußspitzen nicht auf ihn zu richten, da die Füße das unreinste und unheiligste Körperteil in den Augen der Thais sind. Der Wat Phra Kaeo besticht durch eine märchenhafte Schönheit, die allerdings durch den riesigen Touristenansturm ein wenig an Wirkung einbüßt.
 

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Wat Phra Kaeo
 

Und schließlich waren auch wir Touries von der Hitze in den Menschenmassen irgendwann erschöpft und haben auf dem Expressboot in Richtung Norden Bangkoks erstmal eine Verschnaufpause eingelegt. Dann haben wir den legendären Chatuchak Weekend Market besucht, der mit rund 10.000 Ständen ein wahres Shopping-Paradies ist. Hier gibt es von Blumen und Amuletten, Fischen, Hunden und Vögeln, über Kleidung, thailändische Seide und Antiquitäten, bis hin zu dem üblichen Tourie-Ramsch, wie auch Snacks und Fruchtshakes einfach alles! Leider waren die übrigen 2 Stunden bis zur Schließung nicht einmal ansatzweise ausreichend, um über den Großteil des Marktes zu stöbern. Trotzdem sind wir mit ein paar schönen Dingen in der Tasche und dem festen Vorsatz, ganz bald wiederzukommen, zurück zum Hotel gefahren.

Mit dem Kulturprogramm ging es am nächsten Tag gleich weiter. Wir waren im Siam Niramit Theater. Es erzählt die Geschichte Thailands mithilfe hübscher Bühnenbilder, aufwendiger Kostüme und außergewöhnlicher Statisten, wie echten Elefanten und Hühnern. Sehr unterhaltsam!

Aber irgendwann ist auch die schönste Reise mal zu Ende… Am nächsten Tag ist Daniel nach einem wunderbaren, ereignisreichen und doch erholsamen Urlaub zurück ins herbstliche Deutschland geflogen – mit zahlreichen Souvenirs und unvergesslichen Momenten im Gepäck.

Die vorerst letzte (Insel-)Etappe: Koh Chang

Um auch die letzten Zellen noch mit Sonne für den Winter zu betanken, haben wir beschlossen, die übrigen Tage vor Beginn meines Praktikums noch einmal ans Wasser zu fahren. So sind wir am nächsten Morgen mit dem Taxi zum Victory Monument und gefahren und dort in einen Mini Bus nach Koh Chang gestiegen. Der Trip war wieder einmal abenteuerlich: dem Fahrstil des Fahrers nach zu urteilen, werden die Angestellten der Reisegesellschaft entweder für Tempo-Rekorde bezahlt, für das Verpassen der Anschlussfähre bestraft oder es ging ihm um Leben und Tod. An trinken, essen oder schlafen war wegen der rasanten Tour ohne Rücksicht auf Schlaglöcher nicht zu denken. Nach ca. 4 Stunden südwärts waren wir froh, auf die Fähre am Pier zu steigen und dem atemberaubenden Sonnenuntergang entgegen zu schippern.

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Angekommen auf der Elefanteninsel (Chang = Elefant), haben wir direkt ein Taxi zu einem der wenigen erschlossenen Teile der Insel, dem White Sand Beach, genommen. Dass uns dort zwar keine Elefanten, dafür aber andere lustige Tiere begegnen würden, ahnten wir noch nicht. Erst als ich am Morgen nichtsahnend zum nächsten Supermarkt spazierte, um Wasser und Müsli zu kaufen, fielen mir die Affen direkt gegenüber von unserem Resort auf, die es sich dort auf den Strommasten und dem Bürgersteig gemütlich machten. Tasche (mit Reisepass und Kreditkarte!) gut festhalten und schnell zum 7Eleven!

Nach dem Trubel der vergangenen Tage, haben wir es auf Koh Chang sehr entspannt angehen lassen: Mit ausgiebigen Mittagsschläfchen, Faulenzen am Pool, Ölmassagen und Sonnenuntergänge ansehen vom Liegestuhl aus.

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Da die Insel wegen des Urwaldes und der vielen Berge ohnehin nicht zur Rollerrundtour o.ä. einlädt, haben wir die Ruhe sehr genossen – ganz ohne das Gefühl, etwas zu verpassen!

Die Rückfahrt von Pai… oder auch Noas Arche

Der 5-stündige Rückweg mit den Rollern nach Chiang Mai entpuppte sich als das reinste Abenteuer. Nach kurzer Pause auf halber Strecke, spürten wir die ersten Regentropfen auf unserer Haut. Glücklicherweise hatten wir die kurvenreiche Bergabfahrt bereits hinter uns gelassen, denn bei ein paar Tropfen blieb es nicht. Die Kombination aus hereinbrechender Dunkelheit, zweistündigem Dauerregen, überfluteten Straßen, bis auf die Haut durchnässten Klamotten und triefenden Rucksäcken machte die Fahrt zu einem echten Erlebnis…! Angekommen in Chiang Mai konnte uns zu allem Überfluss erst das dritte Hotel ein Zimmer anbieten. Was waren wir froh über eine warme Dusche und ein kuschliges Bett, nachdem wir die Rucksäcke bis auf’s Letzte ausgepackt und zum Trocknen aufgehängt hatten!

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