Monti e Mare

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Seit Jahren packt die Familie meiner Freundin Teresa im Hochsommer alle sieben Sachen, stapelt Kisten mit Kleidung, Haushaltsutensilien und Büchern bis unter die Decke des Autokofferraumes und tauscht den deutschen Sommer für mindestens drei Wochen gegen die Toskana ein. Nach dieser Auszeit, schwärmt die ganze Familie stets erholt, mit bronzefarbener Haut und sehnsüchtigem Lächeln von der herrlichen Landschaft, der Sonne und diesem besonderen Licht, den zahllosen kulinarischen Genüssen und den immer neuen Eindrücken. Hier werde es einem nie langweilig. Kaum zu glauben, nach all den Jahren. Schließlich ist die Toskana nur eine Region eines Landes, das doch sicher so viel mehr zu bieten hat. Was macht sie so besonders?

Nach einem Vorgeschmack in Form eines spontanen Italien-Kurztrips im Frühjahr 2013 waren wir neugierig und beschlossen, diesen Sommer endlich den Bullie zu nutzen und zu viert einen Roadtrip über Norditalien bis in die Toskana zu machen. In den frühen Morgenstunden starteten wir mit müden Augen und italienischer Musik im Ohr im Allgäu und erreichten unser erstes Ziel, einen Campingplatz am Lago Maggiore circa sieben Stunden und zwei unerfreuliche Zwischenfälle später. Von mediterranem Flair und italienischen Genüssen war hier jedoch keine Spur und auch der Blick über den See ließ zu wünschen übrig. Wo waren wir hier gelandet? Das konnte ja nur besser werden…

Und das wurde es auch. Am nächsten Morgen brachen wir früh unsere Zelte ab und setzten unsere Reise fort nach Levanto, ein hübscher Küstenort in Ligurien. Auf dem am Hang des Stadtrandes gelegenen Platz “Aqua Dolce” richteten wir uns im Schatten zweier Bäume ein und schlenderten durch die beschaulichen Gassen vor ans Wasser. Und da war es, das Meer. Mitsamt all dem, was nach Urlaub riecht, klingt und aussieht: salziger Luft, rauschend anrollenden Wellen und betörendem Aquamarin. Und die Taverna Garibaldi im Herzen der Stadt verwöhnte schließlich unsere Geschmacksnerven mit Pizza Quattro Formaggi und Souffle ai Cioccolato.

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Nach einem morgendlichen Stadtbummel und einem Frühstück mit Cornetti aus der beliebten Pasticceria Bianchi, in der morgens viele Einwohner ihren Espresso genießen, fuhren wir am folgenden Tag mit dem Zug nach Corniglia, einem Ort am Küstenstreifen Cinque Terre. Die kleine Ortschaft liegt als einzige der fünf nicht unmittelbar am Meer, sondern auf einem Felsvorsprung rund hundert Meter über dem Wasser und bietet einen grandiosen Blick über die Landschaft, welche seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Nach einer Kugel Basilikum-, Crema Limone- oder Pfefferminz-Eis im niedlichen Garten der Gelateria Un Mare di Yogurt brachen wir auf in Richtung Vernazza. Die Wanderung auf dem hügeligen, steinigen Fußweg entlang der italienischen Riviera war genau das Richtige für den Urlaubseinstieg. In der prallen, heißen Mittagssonne, umgeben von zirpenden Grillen und dem Duft der Nadelbäume fiel plötzlich alles von mir ab – die Hektik der letzten Wochen und die Sorge um das Bevorstehende. Ich lief einfach, Schritt für Schritt, und ließ den Blick in die weite Ferne schweifen – genau wie meine Gedanken. Nach einer Weile erhob sich vor uns die malerische Kulisse von Vernazza. Da dieser Ort als der schönste gilt und vermutlich in jedem Reiseführer als solcher beschrieben wird, waren die Straßenund Cafés restlos überlaufen, sodass wir kurzerhand den Zug zum nächsten Ort, Monterosso, nahmen, um dem Touristen-Trubel zu entkommen. In der traumhaften Bucht mit glasklarem Wasser badeten wir bis die Sonne untergegangen war und sich das Wasser auf unserer Haut kalt anfühlte.
 

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Gedanken über das Scheitern

“Everyone forgets that Icarus also flew.
It’s the same when love comes to an end,
or the marriage fails and people say
they knew it was a mistake, that everybody
said it would never work. That she was
old enough to know better. But anything
worth doing is worth doing badly.
Like being there by that summer ocean
on the other side of the island while
love was fading out of her, the stars
burning so extravagantly those nights that
anyone could tell you they would never last.
Every morning she was asleep in my bed
like a visitation, the gentleness in her
like antelope standing in the dawn mist.
Each afternoon I watched her coming back
through the hot stony field after swimming,
the sea light behind her and the huge sky
on the other side of that. Listened to her
while we ate lunch. How can they say
the marriage failed? Like the people who
came back from Provence (when it was Provence)
and said it was pretty but the food was greasy.
I believe Icarus was not failing as he fell,
but just coming to the end of his triumph.”

(aus Failing and Flying von Jack Gilbert)

Gewürzspekulatius

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Da der Weihnachtszauber mit all seinen feinen Düften, würzigen Geschmacksnoten und süßen Klängen im Dezember leider nicht in Thailand angekommen ist, haben wir beschlossen, Weihnachten dieses Jahr ein wenig länger zu zelebrieren. Nachträglich sozusagen. So wurden am Vorabend des 1. Januars die Adventskalender aufgehängt, der Baum einfach noch eine Weile stehen gelassen und unsere lieben Freunde zu einer Weihnachtsfeier am 24. Januar eingeladen.

Damit das Ganze so richtig stimmungsvoll wird, habe ich vergangene Woche also Ausstechförmchen, Nudelholz und Weihnachtsmusik herausgekramt und Plätzchen gebacken. Und zwar nicht irgendwelche, sondern meine Lieblingssorte: Spekulatius. Dass man die ganz einfach selbst machen kann, wusste ich auch nicht – bis mir diese praktischen Silikonformen in die Hände fielen. Falls ihr den Geschmack von Weihnachten auch immer noch nicht satt habt, ist hier das Rezept:

Gewürzspekulatius

Zutaten für ca. 25 Stück

90 g weiche Butter
90 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
3/4 Päckchen Spekulatiusgewürz
1 Prise Salz
ca. 4 Tropfen Bittermandelöl
ca. 4 Tropfen Rumaroma
1/2 Päckchen geriebene Zitronenschale
225 g Mehl (ich habe helles Dinkelmehl verwendet, welches dem Teig eine nussige Note verleiht)
25 g Speisestärke

Zubereitung

1. Zunächst die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker verrühren. Danach das Ei, die Gewürze und die Öle hinzugeben.
2. Nun das Mehl und die Speisestärke durchsieben, vermengen und beides nach und nach – anfangs mit den Rühr-, später mit den Knethaken des Handmixers – unter die Ei-Zucker-Mischung rühren.
 
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3. Damit die Gewürze sich entfalten können, wird der Teig am besten einen Tag zugedeckt kalt gestellt.

4. Den Backofen auf 175 °C (Umluft) vorheizen.
5. Die Silikonförmchen mit etwas Mehl bestäuben. Anschließend den Teig 2-3 mm dünn ausrollen, in Rechtecke (ca. der Größe der Plätzchen) schneiden und diese in die Förmchen drücken.
 
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6. Schließlich die Backförmchen auf die mittlere Schiene des Backofens setzen und die Plätzchen ca. 8 Minuten backen.

Ein schöner Weg, um die Weihnachtszeit zu verabschieden!
 

Driving Home for Christmas

Jetzt ist es soweit. Meine letzten Stunden in Thailand sind gezählt. Hier stehe ich nun am Check-in des Suvarnabhumi Airports und bange darum, dass mein Gepäck nicht zu schwer ist. Was sich alles in 4 Monaten ansammelt!

Ich blicke zurück auf eine wunderbare Reise, ein tolles Praktikum und viele schöne Momente, die mir hier in den vergangenen Monaten widerfahren sind. Wenn ich später ins Flugzeug steige, dann tue ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich werde vieles hier vermissen, vor allem die lieben Menschen, die mir hier begegnet und ans Herz gewachsen sind. Aber ich freue mich auch so sehr darauf, Weihnachten zuhause zu verbringen und die Menschen wiederzusehen, die für mich Zuhause sind. Das ist das kostbarste Geschenk von allen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein ereignisreiches, schönes neues Jahr 2015.
 

Und hier noch ein bisschen Weihnachtsstimmung aus Thailand:
 
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