Sonntags im Lumphini Park

Letzten Sonntag hat es mich ins Grüne gezogen und so habe ich mich im Lumphini Park wiedergefunden. Der Park ist eine der größten Grünflächen in der Stadt, liegt nur ein paar Minuten von meinem Apartment entfernt und bietet mit seinen vielen, für motorisierte Verkehrsmittel unzugänglichen Wegen einen idealen Ort für ambitionierte Fahrradfahrer, Jogger sowie Sonntagsspaziergänger wie mich.

Also habe ich ein paar Stunden im Lumphini Park damit verbracht, mal tief durchzuatmen, mir den Kopf über Gott und die Welt zu zerbrechen, Frauengruppen beim Aerobic zuzuschauen, mich von Eisverkäufern anquatschen zu lassen, Kinder beim Taubenaufscheuchen zu beobachten, die ersten Fahrradfahrversuche eines kleinen Mädchens zu erleben, von Waranen angefaucht zu werden, Senioren beim Brettspiel-Duell zuzusehen und auf der Parkbank in die Sonne zu blinzeln. Diese steht mittlerweile deutlich tiefer als noch im September und alle sagen dass es kalt geworden sei. Ich aber spüre keinen Unterschied, abgesehen davon, dass es aufgehört hat zu regnen.
 

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Merry-Go-Round

“Round ‘n’ round
Carousel
Has got you under its spell
Moving so fast, but
Going nowhere

Up ‘n’ down
Ferris wheel
Tell me how does it feel
To be so high
Looking down here

Is it lonely?”

Diese Zeilen gingen mir durch den Kopf, als ich den Jahrmarkt in Ubon Ratchathani betrat. Nach einem trubeligen Vormittag an der städtischen Schule und des Besuchs mehrerer Tempel in der Umgebung am Nachmittag, wurde uns verkündet, dass Jahrmarkt sei. Wir hätten besonderes Glück, da diese in Thailand eher selten seien und nur alle paar Jahre einer in Ubon stattfinde, hieß es. Also stellten wir uns auf einen lustigen Mädelsabend mit Fahrgeschäften und Zuckerwatte, viele Menschen und übermütigen Kindern und allem, was sonst noch dazu gehört, ein. Und das wurde es auch, nur so ganz anders als ich es erwartet hatte.

Was hat es eigentlich mit diesem Retro-Charme von Jahrmärkten auf sich? Während die Freizeitparks sich Jahr für Jahr mit immer neuen Entwicklungen in Höhe, Länge, Geschwindigkeit und Sensation übertreffen, unterscheiden sich die heutigen Jahrmärkte kaum von denen meiner Kindheit. Und selbst damals wirkten sie irgendwie in kitschig und retro – wenn einem mit Liebesapfel in der einen und Lebkuchenherz in der anderen Hand eine Rose geschossen wurde. Das Future House vom Seehasenfest wäre im Europapark vermutlich FSK 6 und die Autoscooter erscheinen als reine Zeitverschwendung, wenn man stattdessen für eine Fahrt in der Silver Star anstehen könnte. Aber darum geht es offensichtlich nicht. Vielmehr geht es um das Miteinander (oder Gegeneinander im Falle der Autoscooter!) als um das höher, länger, schneller. Ein Stück buntes, zuckerwatte-süßes Leben für ein Wochenende in der eigenen Stadt, die man täglich auf dem Weg zum Bäcker, zu Arbeit, zur Bank, auf einem Spaziergang oder vom Wohnzimmerfenster aus, aber eben nie aus der Riesenrad-Perspektive erlebt. Und das mit dem ganzen Freundeskreis.

Dieses Miteinander war auf besagtem Jahrmarkt jedoch weit und breit nicht in Sicht. Auf den, mit grauen Planen zwischen den Buden und Fahrgeschäften ausgelegten, 5-Meter breiten Pfaden, liefen nur vereinzelt Menschen und in den Fahrgeschäften saßen selten mehr als 5 Personen. Die meisten der Leute schienen allein oder in kleinen Gruppen dort zu sein und liefen langsam ihre Runde vorbei an den Buden, wie an Schaufenstern in einer Shopping Mall. Nur dass die Bilder vor ihren Augen verschrobene, lachende Clowns, nackte Nymphen, Busse mit Gesichtern und Superhelden, anstelle von Taschen, Schuhen und Kleidern waren. Nach einer Partie Rosenschießen wollten mich zwei Thais aus unserer Gruppe überreden, mit der quietschenden Krake zu fahren, aber beim Anblick der rostigen Karosserie verlor ich den Mumm und habe mir das Ganze lieber vom Boden aus angesehen. Die Leere auf diesem riesigen Platz, die verblichenen, abgeblätterten Farben, das in die Jahre gekommene Riesenrad, begleitet von dem immer gleichen, zwischen Dur und Moll schwankenden Leierkasten-Jingle schienen mir plötzlich so entrückt, dass es mich schier gruselte. Ein Jahrmarkt wie aus einem Stephen King Film. Und dann kamen mir die Zeilen von “Carnival Town” wieder in den Kopf: “Round ‘n’ round, Carousel | Up ‘n’ down, Ferris wheel | Is it lonely?”

So habe ich das noch nie gesehen – bis zu diesem schaurig-schönen Abend… ;-)
 

Mit dem Deutschmobil im Isaan

In dieser Woche hatte ich das Glück, mit dem Deutschmobil in den Isaan reisen und so eine Woche lang in die Arbeit der Sprachabteilung des Goethe-Instituts hineinschnuppern zu dürfen. Am Sonntagmorgen haben wir uns zu viert in einem VW-Bus voller Vorfreude, sowie Info-, Lern-, und Spielmaterialien auf den Weg in Richtung Nordosten gemacht. Nach ca. vier Stunden, trafen wir Sarah, die ehemalige Praktikantin des Sprachprogramms, in Khon Kaen zum Mittagessen und sind schließlich gemeinsam noch einige Stunden weiter bis nach Nong Khai gefahren. Die kleine Stadt liegt direkt am Fluss Mekong, dessen gegenüberliegendes Ufer bereits laotischer Grund ist.
 

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Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen hatten, sind wir mit dem Tuk Tuk (welches hier eher an eine Motorrad- statt an eine Rollerkarosserie erinnert) ans Flussufer gefahren, um dort den Abend mit Blick auf die ersten Lichter Laos’ ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen fuhren wir an die städtische Schule, an der wir in einer anderthalbstündigen Show bei Schülerinnen und Schülern der 7. bis 10. Klasse für das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache warben, indem wir einen Kurzvortrag über das Land und seine Kultur hielten, ein Deutschland Quiz (ähnlich aufgemacht wie “1, 2 oder 3″) und einen Mini-Deutschkurs veranstalteten, deutsche Musik und Kurzfilme spielten uvm. Auf jeden Fall hatten alle einen Heidenspaß zusammen und wir haben viel von der jeweils anderen Kultur gelernt!
 

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An den beiden darauffolgenden Tagen sind wir mit unserem Programm insgesamt vier Mal vor je rund 200 Schülern verschiedener Altersklassen in Khon Kaen aufgetreten und haben gestern schließlich noch zwei Shows an einer Schule in Ubon Ratchathani gegeben. Es war eine erlebnisreiche Woche, in der wir vielleicht sogar den ein oder anderen dafür erwärmen konnten, im nächsten Schuljahr Deutsch als Fremdsprache zu wählen.
 

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Geständnis

Jetzt mal ehrlich: am Samstag war ich bereits zum 4. Mal auf dem Chatuchak Weekend Market. Und dabei habe ich erst sechs Wochenenden in Bangkok verbracht…
Obwohl ich mir an meinen freien Tagen gewiss immer neue Dinge in Bangkok ansehen könnte, zieht es mich doch regelmäßig in das bunte Treiben im Norden der Stadt. Wenn die mehr als 10.000 Stände und Läden gegen 10:00 Uhr damit beginnen, ihre Waren auszulegen, beginne ich am liebsten meinen Marktbummel. Dann sind noch alle entspannt, da die meisten Menschen erst gegen frühen Nachmittag kommen, und auch das Angebot ist dann am größten.

Um sich besser orientieren zu können, ist der Markt in verschiedene, beschilderte Sektionen unterteilt. So gibt es einen Teil, in dem Töpfergut angeboten wird, in einem anderen kann man Kleidung und Schuhe erstehen, Essen, Stoffe, Tiere, Lampen, Antiquitäten, Anglerzubehör oder Schmuck. Der Markt funktioniert also ganz nach dem Motto: Wer suchet, der findet.

Gefunden habe ich schon einiges, was mich aber nicht davon abhalten wird, mich wieder auf die Suche zu begeben. Vielleicht schon nächstes Wochenende.
 

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